Ulla Köchling – Gedanken zu meiner Arbeit

Am 23.01.1965 wurde ich in Sevelen am linken Niederrhein geboren.
Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in Velbert, seit 1981 lebe ich in Erkrath und arbeite dort seit 2001 im eigenen Atelier.


Die wichtigsten Aspekte meiner künstlerischen Arbeit sind die Malerei und das Projekt , das im Sommer 2003 entstand.

Der Mensch wirft Schatten
Auf einer lichtspeichernden und im Dunkeln nachleuchtenden Oberfläche einer großen Leinwand, kann der Mensch sein eigenes Schattenbild gestalten. Durch erneutes Belichten der Leinwand verschwindet das vorherige Schattenbild und es ensteht ein Neues.

In Zusammenarbeit mit Wolfgang Grimm, der Aforismen und Kurzgeschichten schreibt,  ist im Rahmen dieses Projektes das Kunstheft "Der Mensch wirft Schatten" mit seinen Texten und mit von mir gestalteten und fotografierten Schattenbildern entstanden. Die Ausdruckskraft des menschlichen Schattens ist beeindruckend, jedes Schattenbild einer Person ist unverwechselbar. Schon der Schatten spiegelt den ganz persönlichen Ausdruck, die individuelle Haltung, die Einzigartigkeit einer Person. Die Vergänglichkeit dieser Abbilder im Original aber auch die Möglichkeit des Festhaltens durch Fotografie faszinieren.

Das Projekt wird weiterhin durch Fotosessions ergänzt. Hierzu wird lediglich ein vollständig abgedunkelter Raum benötigt, in dem die Spezial-Leinwand, ein 400-Watt-Strahler und die Kamera installiert werden.

In der Gerresheimer Kunstausstellung 2009 und in der Museumsnacht neanderland 2009 (Kunsthaus Mettmann), haben viele kreative Schattenspender das Projekt bereichert.

Zu den Schattenfotos kommen Sie hier 

Malerei mit Licht
Und wo Schatten ist, da ist auch Licht.
Diente bisher der Einsatz der Taschenlampe bei der Gestaltung der Schattenbilder nur der Ergänzung, oder Verfremdung des Schattens, so wurde ab Sommer 2009 die Malerei mit der Taschenlampe, auf der nachleuchtenden Wand (oder auch ohne Wand), zu einem eigenständigen Themenbereich.

Hier kommen Sie zur Malerei mit  Licht .

Verknüpfung der Malerei mit der Fotografie.
Die Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Malerei und Fotografie, wie ich sie ja auch mit den Schatten- und Lichtbildern erforsche, sind ein spannendes Feld, so dass ich mich entschlossen habe, dem Thema "Fotografie" eine eigene Seite zu widmen.

Malerei
Der umfassendste Bereich meiner künstlerischen Tätigkeit ist die Malerei.
Auf autodidaktischem Wege habe ich mich zu Begin an Vorbildern orientiert und mich ausführlicher mit dem  Surrealismus, insbesondere Max Ernst und seinen Techniken befasst: der Frottage, Grattage und der Collage.

Ich entdeckte hier für mich die Möglichkeit sinn-bildlichen Schichtens und das Freikratzen, Freilegen tieferer Schichten.

Schauen Sie als Beispiel hierzu Werke 2003  Nr. 69 bis 75.

Die Orientierung am Surrealismus war ein hilfreicher Einstieg. Das Bestreben, mich ganz authentisch und eigenständig auszudrücken, führte mich von hier aus auf meinen persönlichen Weg.

Inhaltlich begebe ich mich hierbei nicht auf die Suche nach Themen, sondern, man könnte eher sagen, die Themen finden mich.
Wie die meisten Menschen in unserer Gesellschaft, tauche auch ich, durch die modernen Medien, Tageszeitung und TV, schnell in weltweite Ereignisse ein, werde von der Macht der Bilder überflutet, kann mich oft kaum abgrenzen, von den meist tragischen Ereignissen. Eine intensive Verarbeitung und  Auseinandersetzung mit den entsprechend in mir ausgelösten Gedanken und Gefühlen findet dann auf dem Papier und auf der Leinwand statt.

Ich habe hierbei jedoch nicht die Absicht, politische Botschaften zu vermittel, gesellschaftskritische Positionen zu beziehen, oder den moralischen Zeigefinger zu erheben. Ich verwandele einfach nur, auf meine ganz persönliche Weise, die Themen, die mich bewegen, fesseln manchmal auch quälen, in einen bildhaften Prozess.

Meine Kunst erhebt in diesem Zusammenhang allerdings nicht grundsätzlich den Anspruch, zu gefallen, positive Gefühle zu vermitteln, gut oder schön zu sein. Für mich ist Kunst so vielseitig, facettenreich und unerschöpflich, manchmal auch widersprüchlich, wie wir Menschen sind. Das mag für manchen beliebig klingen, dem habe ich nichts entgegenzusetzen, außer das ich nur diesen, meinen persönlichen Weg, gehen kann.

Um Sie, als Betrachter, nicht einfach ungeführt in meine Bilderwelt zu entlassen, finden Sie auf Seite 2 einige Erläuterungen zu meinen Arbeitsthemen.

 
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